Sonntag, 20. August 2017

20. August: Und noch einmal Yellowstone

Der Yellowstone Nationalpark ist wirklich so riesig, das man dort möglichst viele Tage zubringen sollte. Heute, am Sonntag, haben wir am Vormittag zunächst einmal unsere Sachen alle sortiert, damit wir morgen gut vorbereitet in die Totalitätszone der Sonnenfinsternis fahren können. Es galt noch einmal Lebensmittel einzukaufen, das Auto voll zu tanken und was sonst halt noch notwendig ist.

Gefahren sind wir heute dann nicht mehr so viel. Wir haben stattdessen ausführlich andere Geysir-Felder in der Nähe besucht.

Beim wunderschönen "Grand Prismatic Spring" bekamen wir leider keinen freien Parkplatz, hier war "meilenweit" alles vollgeparkt.

So fuhren wir weiter, besonders gefallen hat uns der "Firehole Lake Drive" durch das "Lower Geysir Becken". Hier konnten wir - abseits der Massen - gleich mehrere Ausbrüche des "White Dome Geysirs" beobachten. Ein Ausbruch des "Great Fountain Geysirs" war leider erst für viel später am Abend vorhergesagt.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch das "Midway Geysir Becken" besucht und auch hier viele schöne Geysire gesehen. Mehr dazu, wenn ich Platz habe, die Bilder hoch zuladen.

Samstag, 19. August 2017

19. August: Ein weiterer Tag im Yellowstone Nationalpark

Huete haben wir in aller Ruhe ausgeschlafen. Unsere Kabine beim Old Faithful ist nicht ganz so komfortabel wie die bei Mammoth. Sie hat nur ein kleines Waschbecken, Toilette und Dusche muss man in einem Gemeinschafztsgebäude nutzen. Doch das ist ausreichend groß dimensioniert, wir brauchen nicht warten. Die Temperaturen sind nachts angenehm kühl, da kann man auch gut ohne Klimaanlage schlafen.

An diesem Tag gehen wir zunächst am frühen Morgen (8:30 Uhr) auf einen Ranger-Walk mit in die nähere Umgebung. Old Faithful soll um 9:00 ausbrechen, deshalb drängt unsere Rangerin darauf, möglichst zügig (vom Visitor-Center aus gesehen) die gegenüberliegende Seite des geysirs zu erreichen. Von dort werden wir einen schönen Überblick haben, ohne die sich regelmässig am Geysir versammelten Menschenmassen zu sehen, weil diese ja durch den geysir selbst verdeckt werden.

Und in der Tat können wir von dort einen weiteren schönen Ausbruch von Old Faithful beobachten. Dann soll es schnell weiter gehen zum Lion-Geysir, denn auch hier ist für ca. 9:00 Uhr ein Ausbruch vorther gesagt. Unterwegs erklärt sie uns viel, wie es zu den Ausbrüchen kommt. Am Lion-Geysir angekommen, hören wir schon, wie dieser in der Tiefe am "röhren" ist. Wir warten auf den Ausbruch. Doch es passiert nicht viel. Die Rangerin erklärt uns, der "Lion-Geysir" ist eigentlich eine ganze Geysir-Gruppe, was auch leicht zu erkennen ist. Als nach einer halben Stunde immer noch nichts passiert, erklärt sie uns, das wir heute wohl einen nicht häufigen, aber immer mal wieder vorkommenden Effekt an diesem Geysir beobachtet haben: Wie in einer Familie, wenn gerade die Waschmaschine im Keller läuft, die Spülmaschine in der Küche, der Gratensprenger draußen, dann kann das Wasser für die Dusche vielleicht nicht mehr ganz reichen. Und so hätten sich wohl heute auch die Familienmitglieder des Lion-Geysirs gegenseitig das Wasser streitig gemacht.

Und dann passiert noch eine zweite kleine "Überraschung": Unsere erfahrerene Rangerin wird von einem jungen Ranger für die letzte halbe Stunde unserer Führung abgelöst, denn sie wird dringend mit ihrem Wissen für eine andere Führung benötigt. Der junge Mann macht seine Sache auch gut. Doch es ist schon schade, durch die Budgetkürzungen im Umweltbereich fehlen bei Old Faithful in diesem Sommer fünf Rangerstellen - und wenn dann auch noch, so wie heute gleich drei Ranger(innen) sich morgens krank melden, ja dann ist die Personalnot groß!

Gegen Mittag fahren wir dann wieder mit dem Auto weiter durch den Park. Zuerst zum großen Yellowstone-See. Im Besucherzentrum beim "Grant Village" habe wir usn einen Film über die großen Waldbrände im Yellowstone von 1988 und die Veränderungen in den Jahren danach im Park angesehen. es ist schon faszinierend zu erfahren, wie die Natur selbst mit so großen Verwüstungen von großen Bränden ganz von allein fertig werden kann.

Im Hayden-Valley haben wir dann weitere Geysire und heiße Quellen besucht. Die "Mud-Vulkane" riechen wirklich fürchterlich nach Schwefel, hier konnten wir es nicht lange aushalten, das war eher ein "Eingang zur Hölle".

Später am Abend, nach Sonnenuntergang, habe ich dann noch versucht, Bilder vom Ausbruch von Old Faithful vor dem wunderschönen Sternenhimmel im Park zu machen.


Freitag, 18. August 2017

18. August: Fahrt zum Old Faithfull

Ausschecken und losfahren. Heute sollte es zum Old Faithful gehen, außerdem mussten wir dringend waschen.

Unterwegs wieder viele Stops am Weg.

Auf dem Weg zum „petrified tree“ (versteinerten Baum) sahen wir ein Reh mit zwei Kitzen.

An den Tower Falls haben wir einen Kaffee getrunken, außerdem hatten wir ein lustiges Erlebnis mit Tee und Hot Cyder, den wir dann auch gleich probiert haben.

Dann kamen wir wieder beim Canyon Village an. Zuerst sind wir jedoch die Straße am North Rim gefahren. Wir hatten viel Glück mit dem Parken und fanden immer schnell gute Plätze zum Auto abstellen. Den Weg runter direkt zu den Falls sind wir nicht gegangen, das erschien uns zu anstrengend. Doch auch von oben hatten wir phantastische Ausblicke in den Canyon hinein und auf den großen Wasserfall. Außerdem sahen wir auch wieder das Fischadler-Nest, dass hier all die Jahre immer wieder existiert. Im Nest schien ein toter Jungvogel zu liegen. Ein zweiter Vogel saß daneben, später drehte dieser schon eine kleine Runde durch den Canyon und setzt sich auf einen anderen Felsen neben dem Nest.

Nach dieser Fahrt haben wir im Canyon Village unsere dreckigen Klamotten gewaschen. Im großen Waschsaal neben dem Campingplatz gab es 32 Waschmaschine und wohl ebenso viele Trockner. Waschen und Trocknen hat jeweils ungefähr eine halbe Stunde gedauert.

Anschließend bin ich vom Canyon Village bis zum Old Faithful gefahren. Gegen 17:30 Uhr waren wir in unserer Cabin. Für 18:29 Uhr war der nächste Ausbruch von Old Faithful vorhergesagt worden. Das passte gut. Nach kurzem Ausruhen setzten wir uns auf eine Bank vor die Lodge, um das Spektakel zu erleben. Dort trafen wir dann auch zufällig unsere Freunde. 

Es gab natürlich viel zu erzählen, denn für sie war es der erste USA-Urlaub. 

Später haben wir dann noch den nächsten Ausbruch gesehen, ich wollte dramatische Fotos im Gegenlicht der untergehenden Sonne machen, doch leider war die Sonne etwas zu schnell hinter dem Horizont verschwunden.

Am Abend haben wir gleich noch gemeinsam ein Bier getrunken. Mein erstes und wohl einziges Bier auf dieser Amerikareise. 


Donnerstag, 17. August 2017

17. August: Rundfahrt im Yellowstone Nationalpark

Heute machen wir eine große Rundfahrt im nördlichen Teil des Yellowstone Parks. Wir beginnen jedoch ganz gemütlich mit einer Wanderung, wieder geführt durch eine Rangerin, am oberen Hot Springs Becken. Dort müssen wir zunächst drei Meilen mit dem Auto hinfahren, doch dann geht es zu Fuß über Boardwalks quer durch den oberen Teil der Terassen. Eine atemberaubende Landschaft. Hier wurden auch Teil der Star Trek Episoden, die auf dem Planeten Vulkan spielen, gedreht.

Mir kommen die Terassen hier oben im Vergleich zum letzten Besuch vor acht Jahren sehr verändert vor. Ich muss unbedingt mal meine Fotos vergleichen. Die Rangerin zeigt uns eine kleine neu heiße Quelle, die jedoch noch sehr unscheinbar wirkt, die jedoch direkt neben dem Autoparkplatz dort oben vor ein paar Jahren entstanden ist.

Dann besichtigen wir noch Cupid Geyser, früher war hier der Eingng zu einer größeren Höhle, in der dann die Gäste gebadet haben. So dicht wie hier oben, war ich noch nie an den heißen Quellen hier dran. Die Landschaft muss sich verändert haben. Auch die Rangerin sagt, hier muss bald der Boardwalk verlegt werden, sonst wird er noch überspült.

Die bekannten Killdear-Vögel sehen wir diesmal leider nicht. Nur viele Schwalben flogen über uns hinweg.

Leider fing es bei Susanne im Magen ordentlich an zu grummeln, so dass sie zurück zur Cabin fuhr, uns aber später natürlich wieder abholte. Und dann fuhren wir los auf unser Rundfahrt.

Zunächt nur durch eine enge Schlucht, bis zum Swan Lake. Dort wollte ich mein Spektiv rausholen, stellte aber schnell fest, das ich dies in der Cabin vergessen hatte. Also fuhren wir wieder zurück. Da es uns allen gesundheitlich nicht so gut ging an diesem Tag haben wir uns erstmal für eine halbe Stunde hingelegt, quasi einen Vormittagsschlaf gemacht und sind dann noch einmal aufgebrochen.

Die Schwäne auf dem Swan Lake waren inzwischen nicht mehr zu sehen, aber die folgenden Landschaften waren schon sehr beeindruckend.

Unterwegs mussten wir an einer Baustelle eine Weile warten, doch insgesamt nicht lange, wir hatten Glück.

Im Norris-Becken machten wir uns auf den Weg zum „Steamboat-Geysir“, dort sollte es um 15 Uhr einen Ranger-Talk geben, den wir auch rechtzeitig erreichten. Danach liefen wir die große Runde weiter von Geysir zu Geysir. Besonders beeindruckt hatte uns der Vixen-Geysir, der richtig viel sprudelte. Der bekannte „Minute-Geysir“ dagegen blubberte nur noch 30 cm hoch.

Von Norris fuhren wir weiter zum Canyon-Village. Hier haben wir ein wenig gegessen, Bananen, Kekse, Eis. Danach ging es dann den South Rim Weg am Grand Canyon of the Yellowstone entlang. Der Artist Point war schon sehr beeindruckend, auch wenn die Sonne Fotos nur im Gegenlicht ermöglichte. Vielleicht sollten wir dort am nächsten Morgen noch einmal hin.

Doch irgendwie waren wir alle heute angeschlagen. Vom Canyon aus fuhren wir dann direkt nach Mammoth zurück zur Cabin.


Mein Handy ging gar nicht mehr, whatsapp meldete nur Fehler, auch ins einzige freie WLAN im Park, hier im Visitor Center kam ich nicht mehr herein. Ich wollte doch noch Kontakt mit unseren Freunden aufnehmen, ob sie denn nun morgen auch in den Yellowstone kommen würde. Nach einigem hin und her klappte dann die Kontaktaufnahme über ipad zu iphone.

Mittwoch, 16. August 2017

16. August: Bisons, Wölfe und mehr

Morgens werden wir früh wach. Endlich mal ohne Klimaanlage geschlafen! Um 7 Uhr ist es draußen noch recht frisch. Wir schmieren uns Toastbrot und machen daraus kleine Sandwiches, mit Erdnussbutter oder Philadelphia-Käse. Unsere Milch aus Bozeman hat dank Kühltasche und tiefer Temperaturen die Nacht gut überlebt, so dass Laura und ich sie zum Frühstück trinken können.

Um 8 Uhr geht es ins Visitorcenter. Dort soll es freies WLAN geben. Aber es dauert lange, bis wir eine Verbindung haben. Aber hoffentlich ausreichend genug, um unseren Freunden und Verwandten und Bekannten mitteilen zu können, dass es ab jetzt sehr schwierig mit dem weiteren bloggen wird.

Dann fahren wir fünf Meilen Richtung Ost, um ab 9 Uhr an einer kleinen Ranger-geführten Wanderung zum Wraith-Fall teilzunehmen. Dana, die Rangerin, arbeitet die zweite Sommersaison im Park. Sie hat eigentlich Geschichte studiert. Sie erzählt uns viel über die ökologischen Zusammenhänge im Park, wie alles voneinander abhängt. Dass es am Anfang der Geschichte des Yellowstone Parks hier auch Wölfe gab, man damals aber dachte, „oh, die reißen unsere lieben Rehe, das sind böse Tiere“ und so Anfang des 20. Jahrhunderts die letzten Wölfe abgeschossen wurden. 1995 begann dann ein Wiedereingliederungsprogramm. Seitdem ist die Anzahl der Rehe natürlich etwas zurück gegangen, im Schnitt sind diese Tiere jetzt aber viel gesünder. Und weil es nicht mehr so viele gibt, die so viel Gras und andere Pflanzen fressen können, bleibt auch für andere Tiere etwas und die biologische Vielfalt wächst. Wir erfahren auch etwas über die teilweise verheerenden Waldbrände und wie sie zu einer großartigen Befruchtung des Ökosystems im Yellowstone Park beitragen und noch vieles mehr. Insgesamt wirkte Dana etwas nervös, später erfuhren wir, dass unter den Mitwanderin eine Supervisorin war, die ihre Führung beurteilen sollte.

Nach gut eineinhalb Stunden ist diese lehrreiche Wanderung vorüber und wir fahren weiter Richtung Osten ins Lamar-Valley. Zwischendurch machen wir an der Roosevelt-Lodge Pause und essen Mittag.

Unterwegs sehen wir viele, viele Bisonherden, eine kleine Gruppe Pronghorns (Gabelböcke) und ein Fischadler-Horst. Mein Spektiv kommt hier immer wieder zum Einsatz. Natürlch dürfen andere Besucher da gerne auch mal durchschauen. Ich sollte dafür Geld nehmen, wird mir gleich zweimal vorgeschlagen.

Doch das ist nicht nötig. Nur leider geht es mir selbst heute nicht so gut. Jetzt habe ich wohl das leichte Fieber bekommen, was Susanne n Calgary hatte. So fahren wir schon am frühen Nachmittag zurück nach Mammoth. Ich lege mich ins Bett, schreibe schon ml an diesem Blog, während Susanne und Laura sich ohne mich hierzu Fuß auf den Weg machen.